Alte Holztüre mit Eisenknauf und -türschnalle im Schloss Leopoldskron in Salzburg (c) Foto Schlosshotels & Herrenhäuser, Cornelius Klimt

Erleben

Wenn das Hotel selbst das Ziel ist

Ankommen, eintauchen, bleiben wollen

Man reist an, um die Umgebung zu entdecken, und merkt bald, dass das Eigentliche schon da ist. In der Architektur, in den Salons und Stuben, in historischen Mauern, kunstvollen Details, gewachsenen Gärten und Gastgebern, die ihr Haus mit spürbarer Persönlichkeit führen. Wer in den Schlosshotels & Herrenhäusern wohnt, erlebt das Hotel als Teil der Reise – und oft als ihren schönsten Mittelpunkt.

Das Schloss Leopoldskron in Salzburg, fotografiert vom Schlosspark aus, mit einer mit Moos bewachsenen halb liegenden Frauenstatue, die auf das Schloss blickt (c) Foto Richard Schabetsberger

Schloss Leopoldskron: Wohnen in Salzburger Kulturgeschichte

Ruhig liegt der Leopoldskroner Weiher vor dem Schloss. Dahinter Salzburg, die Festung, die Berge. Drinnen führen Salons, historische Zimmer und die Max-Reinhardt-Bibliothek durch verschiedene Zeiten des Hauses. Sie erzählen von Aristokraten, Diplomaten, Musikern, Künstlern und Intellektuellen, die Schloss Leopoldskron über Jahrhunderte besucht und geprägt haben. Bis heute bleibt diese Verbindung spürbar, wenn im Schloss wechselnde Ausstellungen und kulturelle Formate Geschichte und Gegenwart zusammenführen. Besonders Max Reinhardt hinterließ hier seine Spuren. Der Theaterpionier und Mitbegründer der Salzburger Festspiele machte Leopoldskron zu einem Ort für Kunst, Gespräche und große Ideen.

Von Max Reinhardt bis Hollywood


Vielleicht hat das Schloss gerade deshalb bis heute etwas Szenisches. Nicht, weil es sich inszeniert, sondern weil Räume, Licht und Geschichte ständig neue Perspektiven öffnen. Diese Bildkraft macht Leopoldskron auch immer wieder zum Schauplatz internationaler Produktionen – von Hollywood-Filmen und Fernsehserien bis hin zu Opern, Musikvideos und Modeformaten. Am bekanntesten ist seine Rolle in The Sound of Music von 1965. Salzburg war dabei immer nah. Und doch hat sich Schloss Leopoldskron stets die Freiheit genommen, selbst genug zu sein.

Blick in den Wohnbereich eines Zimmers im Hotel Altstadt Vienna mit zwei Fauteuils in Taupe, einer Stehlampe und einem in den selben Tönen gehaltenen Gemälde an der in Taupefarbe gestrichenen Wand (c) Foto Marisa Vranješ
Detailaufnahme der Lobby im Hotel Altstadt Vienna mit einem Abstelltisch der exakt und liniengetreu in vertikalen blauen und rosa Streifen gestrichen ist, wie die dahinter liegende Wand, auf welcher sich zusätzlich noch eine bunte abstrakte Malerei befindet, ebenfalls in Streifen unterteilt (c) Foto Cathrine Stukhard

Hotel Altstadt Vienna: Kunstgalerie mit Zimmerschlüssel

Im siebten Bezirk, zwischen kleinen Gassen und lebendigem Stadtleben, liegt das Hotel Altstadt Vienna in einem Patrizierhaus aus dem Jahr 1902. Wien beginnt direkt vor der Tür – doch drinnen hat es längst angefangen: In Bildern, Farben, Räumen und jener selbstverständlichen Nähe zur Kunst, die dieses Haus so prägt.

Wenn das Zimmer Teil der Sammlung ist


Im Hotel Altstadt Vienna hängt Kunst nicht nur an den Wänden. Man wohnt mit ihr. Otto Ernst Wiesenthal eröffnete das Haus 1991 als Hotel mit Kunstgalerie – oder als Kunstgalerie mit Übernachtungsmöglichkeit. Bis heute begegnet seine Sammlung in Zimmern und Gängen, mit Werken von Andy Warhol, Brigitte Kowanz, Prachensky, Attersee, Helnwein und vielen mehr.

Dazu kommen Räume, die selbst wie kuratierte Einzelstücke wirken. Kein Zimmer gleicht dem anderen; Architekten, Designer und Künstler haben im Altstadt Vienna ihre Vorstellungen von Wiener Wohnen umgesetzt – darunter Matteo Thun, Dietrich Untertrifaller, das Design-Duo Polka, Tobias Moretti und das Wiener Studio Archisphere. Neu dazugekommen ist die Harry K Room Suite, die Schauspieler Harald Krassnitzer gewidmet ist und gemeinsam mit Architekt Roland Nemetz gestaltet wurde. So entsteht ein Aufenthalt, der nicht nach einem Rundgang verlangt und doch immer wieder einer wird: im Stiegenhaus, im Salon, im eigenen Zimmer, irgendwo zwischen Kunstwerk, Möbelstück und Blick fürs Detail.

Blick über die rote Wandflucht im Wohnzimmer der Schloss Schönbrunn Grand Suite, wobei man auf dem Gemälde an der Wand eine Reproduktion des Gemäldes von Sisi, Kaiserin von Österreich, stehend in einem weissen Kleid mit den sogenannten Sisi-Sternen in ihren prächtigen Haaren (c) Foto Walter Luttenberger
Blick aus dem Wohnzimmer der Schloss Schönbrunn Grand Suite über den Schlosspark bis hinauf zur Gloriette (c) Foto Walter Luttenberger

Schloss Schönbrunn Grand Suite: Nachts im Museum

Denkmal, Museum, UNESCO-Weltkulturerbe: Schönbrunn erzählt von Maria Theresia, Franz Joseph und Elisabeth, von höfischem Alltag, Repräsentation und Rückzug. Ein Besuch führt durch Prunkräume und Privatgemächer, hinaus in die Gärten, weiter zu historischen Sammlungen, Fassaden, Blickachsen und Orten, die europäische Geschichte spürbar machen. Das Schloss war Sommerresidenz der Habsburger, Schauplatz der Monarchie und privater Lebensraum zugleich.

Wenn sich die Türen schließen


Wenn die Tore schließen und das Schloss stiller wird, verändert sich der Blick auf diesen weltberühmten Ort. Was tagsüber Bühne ist, wird dann privater Raum. Die Grand Suite von Schloss Schönbrunn  liegt direkt im Osttrakt des Schlosses. Auf 167 Quadratmetern öffnet sich ein privater Rückzugsort mit zwei Schlafzimmern, Salon, Wohnzimmer und zwei Bädern. Ein Ort, an dem Geschichte für eine Nacht nicht nur betrachtet, sondern bewohnt wird. Am Morgen ist der Park schon da, bevor der Tag offiziell beginnt. Die Wege, die Fassaden, die Gärten wirken vertrauter, weil man ihnen nicht als Besucher begegnet, sondern als Gast des Hauses. Mit Zeit, mit Ruhe, mit dem Gefühl, für einen Moment Teil dieser Geschichte zu sein.

Im Innenbereich vom Stiegl-Gut Wildshut mit Stehtischen und Barhockern, zwei kupferfarbenen Braukesseln und moderner Holzarchitektur (c) Foto Gabriele Scheinast
Verschiedene kalte, warme und gegrillte Köstlichkeiten, serviert in unterschiedlichen Tellern, kleinen Schüsseln und Casserolen, präsentiert auf einem Holztisch (c) Foto Stefan Sigl

Stiegl-Gut Wildshut: Brauen, backen, lernen, genießen

Zwischen Feldern, Obstbäumen und alten Wirtschaftsgebäuden liegt Stiegl-Gut Wildshut in St. Pantaleon. Wildshut gilt als Österreichs erstes Biergut und macht erlebbar, wie viel vor dem Genuss passiert: auf den Feldern, in der Landwirtschaft, in der Mälzerei und Rösterei, in den Werkstätten, in der Einkehr. Was hier wächst, wird am Gelände weiterverarbeitet, veredelt und schließlich dort genossen, wo es entstanden ist.

Werkstätten, Führungen und Geschmack


Seit 1994 wird die Landwirtschaft in Wildshut biologisch geführt. Sie bildet die Grundlage für vieles, was am Gut entsteht: Urgetreide und Hopfen, Bio-Biere und Spirituosenspezialitäten, Brot aus dem Wildshut-Backofen und Gerichte aus der Einkehr. So bleibt der Kreislauf nicht abstrakt. Man begegnet ihm auf dem Teller, im Glas, im Duft von frischem Brot und in den Wegen über das Gelände.

Für Gäste öffnet sich Wildshut auf mehreren Ebenen. Führungen geben Einblick in Getreide- und Hopfenanbau, Brauhandwerk und Philosophie des Guts. Die Wildshut Werkstätten sind Teil des WILDSHUT CAMPUS und widmen sich Brotbacken, Bier, Achtsamkeit und Nachhaltigkeit. Dazu kommen die Wildshut Auszeit mit Brunch, das Konzert-Picknick mit der Philharmonie Salzburg, der Adventmarkt und weitere Veranstaltungen, die das Gut über das Jahr hinweg beleben. Hier greifen Landwirtschaft, Handwerk, Wissen und Genuss ineinander – vom Boden bis zum Tisch, vom ersten Rohstoff bis zu dem, was am Ende bleibt: Geschmack, Verständnis und ein Gefühl für den Ort.

Torbogen zum Innenhof der Stiegl Brauerei in Salzburg (c) Foto Stiegl Brauwelt

Stiegl-Brauwelt: Museum, Braukino und Genuss in Salzburg

Nach Wildshut, wo der Ursprung am Boden beginnt, führt die Stiegl-Brauwelt nach Salzburg hinein in die Geschichte und Gegenwart des Bierbrauens. Hier wird Bier als Kulturgut erlebbar: mit Wissen, Handwerk, Produktion und jenem Moment, in dem aus Rohstoffen Geschmack wird.

Sehen, staunen, kosten


Im Bier-Museum geht es um die Geschichte der Stieglbrauerei, um Rohstoffe, Brauhandwerk und die Entwicklung des Bierbrauens. Das 270° Stiegl-Braukino zeigt den Weg von der Rohstoffernte bis zur Flaschenabfüllung. In der Hausbrauerei kann man den Kreativbrauern über die Schulter schauen; in Sudhaus und Abfüllhalle wird Produktion greifbar. Bei Führungen oder mit Audioguide lässt sich die Brauwelt Schritt für Schritt entdecken, Verkostung inklusive.

Danach führt der Weg weiter an den Tisch. Im Bräustüberl, im Stieglitz oder in den weiteren Restaurantbereichen bekommt das Erlebte einen genussvollen Abschluss: mit österreichischer Küche, Bierspezialitäten, Verkostungen und Salzburger Gastlichkeit. Museum, Braukino, Sudhaus und Abfüllhalle wirken nach – am Teller, im Glas und im Verständnis für das Handwerk dahinter.

Burg Bernstein auf einem bewaldeten Hügel mit auf einer Wiese weidenden Hochlandrindern im Vordergrund (c) Foto Matthias Kronfuss
Ritterrüstung und Kanone, beide zum Fenster gerichtet, mit Jagdtrophäen an den Wänden unter den Gewölben der Burg Bernstein im Burgenland (c) Foto Matthias Kronfuss

Burg Bernstein: 800 Jahre Geschichte. Und tausende Geschichten.

Seit über 800 Jahren steht die Burg Bernstein im Burgenland und ist das Zuhause zahlreicher Erzählungen. Wer hier ankommt, betritt kein Hotel im klassischen Sinn, sondern eine gewachsene Burganlage mit Mauern, Höfen, Stiegen und Räumen, die man Schritt für Schritt entdeckt. Vieles erschließt sich erst beim Gehen: ein Gang, ein Blick in den Innenhof, ein Detail im Stein, eine Geschichte, die plötzlich auftaucht.

Jeder Winkel erzählt


„Jeder Winkel erzählt eine Geschichte“, sagt Erasmus Almásy, Gastgeber der Burg Bernstein. Und manche davon haben weit über die Burg hinaus Bekanntheit erlangt – wie jene von László Almásy, die später als Vorlage für „Der englische Patient“ weltbekannt wurde. Andere bleiben näher am Haus: „Die Sonnenuhr“, „Graf Dracula“, „Der unbekannte Ritter“ oder „Die Fälscherin“, deren kleiner Scherz es sogar bis in den ORF geschafft hat. Geschichten, die bis heute lebendig sind. Die zum Lachen bringen, zum Staunen, manchmal auch zum Nachdenken. Weil Gastgeber da sind, die sie bewahren und weitererzählen – und ihren Gästen damit die Möglichkeit geben, für einen Moment Teil davon zu werden.

Auch heute füllen sich die historischen Räume immer wieder mit Leben. Im Festsaal finden Konzerte statt, dazu kommen Workshops und besondere Formate, die den Charakter des Hauses aufgreifen. Mal geht es um Musik, mal um Kunst, mal um Geschichte, manchmal auch um höfischen Tanz mit einem Hauch von Jane Austen und Bridgerton.

Das Buch "Der englische Patient" gestapelt auf zwei anderen Büchern auf einem Tisch in der Burg Bernstein (c) Foto Matthias Kronfuss

Es sind Häuser, für die man anreist. Weil sie den Tag selbst füllen: mit Räumen, Gärten, Geschichten, Gastgebern und Momenten, die man nur dort erlebt. Gewachsen, bewohnt und weitergeführt von Menschen, die wissen, was ihr Haus ausmacht.

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