Weiße Weintrauben am Weingut Winkler-Hermaden (c) Foto Familie Winkler-Hermaden

Weinzeit in den Schlosshotels

Manche Geschichten liest man. Andere trinkt man.

Von alten Klostermauern zur höchsten Vinothek Europas

Wenn der Sommer ausklingt und die Natur in satten Farben leuchtet, beginnt in den Weinregionen die vielleicht spannendste Zeit des Jahres: Die Haupt- und Spätlese bringt nicht nur die besten Trauben, sondern auch Tage voller Festlichkeit und Genuss mit sich. Weinfeste füllen die Dörfer mit Musik und Lebensfreude, Heurigen locken mit hausgemachten Schmankerln und jungem Wein, und der erste Sturm fließt wie der Herbst selbst – wild, süß, lebendig. Es ist die Zeit, in der sich Wein und Kultur auf sinnlichste Weise begegnen. 
Ob hoch oben am Südtiroler Bergkamm oder tief verwurzelt im steirischen Vulkanland – die Weinwelt der Schlosshotels & Herrenhäuser ist so vielfältig wie ihre Landschaften.
Das Weingut Winkler-Hermaden vereint biologisch-regenerative Landwirtschaft mit sozialem Engagement und reift seine Weine in Barriquefässern aus Holz aus dem familieneigenen Wald. Vitikultur Moser steht für biodynamischen Weinbau mit Demeter-Zertifizierung und bringt charakterstarke Naturweine hervor, während Sepp Perwanger in Europas höchstgelegener Kellerei RADOIN 1560 seine unverkennbaren Weine vinifiziert. Das Weingut Bründlmayer bringt Trauben aus Toplagen wie Heiligenstein und Käferberg mit Feingefühl in die Flasche, und zählt laut Falstaff seit Jahren zur Spitze der österreichischen Weinszene. Auf Schloss Gobelsburg, dem ältesten Weingut der Donauregion, lebt jahrhundertealte Weinbaugeschichte fort – von klösterlichen Praktiken des 19. Jahrhunderts bis zu den prämiierten Süßweinen der Gegenwart. Und inmitten gotischer Mauern gedeihen auf Schloss Englar elegante Burgundersorten, getragen von kalkreichen Böden, kühlen Nächten und rund 1.700 Sonnenstunden im Jahr.

Schloss Kapfenstein mit den Weinbergen im Herbst (c) Foto Familie Winkler-Hermaden
Ein roter Trakter zwischen den Zeilen bei der Weinlese in den Weingärten vom Weingut Winkler-Hermaden (c) Familie Winkler-Hermaden

Weingut Winkler-Hermaden: 38 Hektar biologisch-regenerative Landwirtschaft

Rund um Schloss Kapfenstein in der Steiermark bewirtschaftet die Familie Winkler-Hermaden 38 Hektar Weingärten auf vulkanischem Tuffgestein – von Hand, biologisch und heute nach regenerativen Prinzipien, die das Bodenleben fördern und die Natur stärken. Neben klassischen Rebsorten wie dem blauen Zweigelt, Sauvignon Blanc und Gewürztraminer setzt das Weingut Winkler-Hermaden verstärkt auf pilzwiderstandsfähige PiWi-Sorten, die mit geringerem Pflanzenschutzaufwand eine besonders nachhaltige Bewirtschaftung ermöglichen. „Ich bin mit ganzem Herzen Bio-Bauer“, sagt Georg Winkler-Hermaden. „Ich glaube, dass Bio-Wein in den nächsten zwanzig Jahren eine Selbstverständlichkeit werden wird.“

Als Mitglied der Steirischen Terroir- und Klassikweingüter (STK) verpflichtet sich das Weingut außerdem höchsten Qualitätsstandards. Mit Rieden wie Rosenleiten und Schlosskogel (Erste STK Lage) sowie Kirchleiten (Große STK Lage) bewirtschaftet es Lagen, die offiziell zu den besten der Steiermark zählen und in denen sich der vulkanische Ursprung und das Terroir der Region besonders charaktervoll entfalten.

Barriques aus dem eigenen Wald


Der Ausbau der Weine erfolgt in einem Gebäudekomplex, der aus dem historischen Löwenkeller und dem modernen Drachenkeller besteht – ein Ort, an dem sich Alt und Neu harmonisch begegnen. Neben klassischen großen Holzfässern lagern hier auch moderne Edelstahltanks und eine Auswahl an Barriques, in denen besonders ausdrucksstarke Rot- und ausgewählte Weißweine reifen. Das Holz für die kleinen Eichenfässer stammt aus dem familieneigenen Wald am Kapfensteiner Kogel – ein in sich geschlossener Kreislauf, der die lokale Verbundenheit des Weinguts buchstäblich bis in den Keller trägt.

Kultur, Gemeinschaft, Verantwortung


Gemeinsam mit Weltweitwandern Wirkt! engagiert sich das Weingut Winkler-Hermaden für weltweite Bildungsprojekte mit dem Ziel, Kindern und Familien neue Perspektiven zu eröffnen. Voneinander zu lernen. Begegnung auf Augenhöhe zu schaffen.

Auch vor Ort lebt man diese Offenheit: mit Ausstellungen im Gewölbekeller, Musik auf der Terrasse und festlichen Menüs im Advent wird Schloss Kapfenstein übers Jahr hinweg zum Ort des Austauschs – und des gemeinsamen Genusses. Einen Überblick über aktuelle Veranstaltungen finden Sie hier.

Die Event Location Atrium von Vitikultur Moser inmitten der Weinberge (c) Foto Vitikultur Moser
Weinflasche von Vitikultur Moser mit einem aufgeschlagenen Buch im Vordergrund (c) Foto Vitikultur Moser

Vitikultur Moser: Biodynamisch gedacht, natürlich gemacht

Seit 17 Generationen ist die Familie Moser mit der Rebkultur verwurzelt – im niederösterreichischen Kremstal ebenso wie in den sonnigen Lagen von Gols am Neusiedler See. Heute führt Nikolaus Moser das Weingut Vitikultur Moser im Kremstal mit klarem Fokus auf biodynamischen Weinbau. Alle Weine sind biozertifiziert und zusätzlich nach den strengen Demeter-Richtlinien ausgezeichnet. Ein Teil davon wird außerdem als Naturwein ausgebaut – spontan vergoren, unfiltriert und ungeschönt, so naturbelassen wie möglich. Als Mitglied der Österreichischen Traditionsweingüter bringt Moser zudem die Idee des Lagenweins in den Dialog mit seiner biodynamischen Philosophie – eine Verbindung von Herkunft und Haltung, die sich in jedem Glas widerspiegelt. „Meine Passion sind die Reben und alles, was um sie herum wächst, kreucht und fleucht.“ – Nikolaus (Niki) Moser

Zwischen Glas und Gespräch


Bei einer Verkostung direkt am Weingut in Rohrendorf bei Krems wird biodynamischer Weinbau erlebbar. Wer möchte, kann dabei auch den historischen Weinkeller besichtigen, genießt ein Glas auf der Sonnenterrasse oder taucht im stilvollen Atrium – dem architektonischen Herzstück des Hauses – in die Welt von Vitikultur Moser ein.

An der Arbeit im Weinkeller vom Weingut RADOIN 1560 (c) Foto Anneliese Kompatscher
Blick in ein Weinfass während der Weinherstellung, Weingut RADOIN 1560 (c) Foto Anneliese Kompatscher

Weingut RADOIN 1560: Europas höchstgelegene Weinkellerei auf 1.560 m Seehöhe

Dort, wo früher ein Geländewagen stand, reifen heute Weine in kleinen Eichenholzfässern: In der ehemaligen Garage des Zirmerhofs in Südtirol entstand unter der Hand von Sepp Perwanger Europas höchstgelegene Weinkellerei – RADOIN 1560. Der Gastgeber greift hier die Vision seines Großvaters Josef Perwanger III. auf, der schon in den 1930er-Jahren erste Trauben in Kleinstmengen vinifizierte.

Wo Tiefe aus der Höhe kommt


Geprägt von präziser Handarbeit, Passion und kompromisslosem Qualitätsanspruch steht das Weingut RADOIN 1560 nicht für große Mengen, sondern für charaktervolle Weine mit Tiefe. Die Trauben stammen von ausgewählten Lagen in Montan an der Südtiroler Weinstraße – darunter Chardonnay und Gewürztraminer aus der Lage „Kühmösl“ (400 m) sowie Pinot Noir Riserva von den Lagen „Runggò N° 1“ (550 m) und „Runggò N° 2“ (500 m). Das kühle Klima verleiht ihnen Frische und Finesse, während Temperatur, Luftdruck und Höhenlage ideale Bedingungen für Gärung und Reifung schaffen.

Wer diesen besonderen Ort erleben möchte, kann auf Anfrage den Keller besichtigen und entdecken, wie viel Ruhe, Sorgfalt und alpine Eigenwilligkeit in jedem Glas stecken.

Willi und Vincent Bründlmayer bei der Weinprobe im Weinkeller (c) Foto Christian Kerber
Eine Flasche Wein und eine Flasche Wasser auf einem niederen Holztischchen im Grünen vom Heurigenhof Bründlmayer (c) Foto Studio Pilens

Weingut Bründlmayer: Große Lagen. Große Namen. Große Weine.

Zwischen Kamptal und Donau, auf kargem Urgestein und unter dem Einfluss kühler Nächte, entstehen im Weingut Bründlmayer Weine mit unverwechselbarem Charakter. Willi Bründlmayer und seine Familie kultivieren Rebsorten von Weltruf – allen voran Grünen Veltliner und Riesling, ergänzt durch Grauburgunder, Muskateller, St. Laurent, Zweigelt und Cabernet Franc. Als Spezialität des Hauses gelten Chardonnay und weitere Burgundersorten.

Qualität mit Haltung


Seit über 40 Jahren arbeitet man hier naturnah und nachhaltig – mit Präzision, Geduld und Respekt für das Lebendige. „Im Wein liegt kostbare Wahrheit: Er erzählt vom Boden, von der Hitze, der Kälte, dem Sturm und dem Regen, von der Landschaft und auch den Menschen, mit denen er zu tun hat“ – Willi Bründlmayer. Wie hoch das Qualitätsniveau ist, bestätigt auch der Falstaff Wein Guide: „Nahezu jeder Wein, vom leichtesten Grünen Veltliner über den Rotwein bis hin zum Sekt, hat das Potenzial, Jahrgangsbester seiner Kategorie zu sein.“

ÖTW – Herkunft als Versprechen


Die besten Trauben stammen aus Lagen wie Heiligenstein, Lamm, Loiserberg, Spiegel, Steinmassl oder Käferberg – Namen, die weit über Österreich hinaus bekannt sind. Als Gründungsmitglied der Österreichischen Traditionsweingüter (ÖTW) verpflichtet sich Bründlmayer, das Zusammenspiel von Boden, Klima, Rebsorte und Keller im Wein spürbar zu machen – eine Philosophie, die Herkunft und Handschrift vereint. Gemeinsam mit anderen renommierten Häusern prägt das Weingut die Lagenklassifikation des Donauraums entscheidend mit.

Dieser Anspruch zeigt sich auch in der Vinifikation: In einem mehrstöckigen Schwerkraftkeller werden die Weine besonders schonend verarbeitet und alle Schritte mit größter Sorgfalt begleitet.

Erleben, verkosten, verweilen


Im Heurigenhof Bründlmayer – dem charmanten Langenloiser Heurigen-Restaurant der Familie mit fantastischer Küche und drei stilvollen Gästezimmern – wird die Philosophie zum Erlebnis: Hier lassen sich aktuelle Weine und gereifte Jahrgänge glasweise verkosten. Und wer möchte, bleibt über Nacht.

Blick im Herbst über die Weingärten vom Weingut Schloss Gobelsburg Ried Gaisberg (c) Foto Michael Moosbrugger
Gewölbe im Weinkeller vom Weingut Schloss Gobelsburg (c) Foto Weingut Schloss Gobelsburg

Schloss Gobelsburg: 1171 beginnt die Reise

Schloss Gobelsburg im Kamptal gehört zu den ältesten Weingütern des Landes – ein Ort, an dem Geschichte und Gegenwart des Weinbaus in lebendigem Dialog stehen. Bereits 1171 erhielten die Mönche des Stiftes Zwettl ihre ersten Weingärten am Heiligenstein und Gaisberg. Mit dem Erwerb von Schloss Gobelsburg samt den umliegenden Rieden im Jahr 1740 begann eine neue Epoche, in der mit feinem Gespür, großer Erfahrung und tiefer Achtung vor der Tradition vinifiziert wurde. Seit 1996 führen Michael und Eva Moosbrugger das Weingut in die Zukunft, getragen von der Geschichte, aus der es gewachsen ist.

Einfachheit, Innovation & das Dynamic Cellar Concept


Inspiriert vom klösterlichen Prinzip der Einfachheit entstand ein neues, komplett flexibles Kellerkonzept: Statt die Weine maschinell von einer Zone in die andere zu pumpen, werden sie auf Rädern von einem Bereich zum nächsten bewegt. Herzstück dieser Idee ist das „Fass auf Rädern“ – eine Innovation, die den schonenden Umgang mit dem Wein auf elegante Weise ermöglicht und die Individualität jeder Lage wahrt.

Historische Methoden der Weinbereitung


Im Mittelpunkt der Vinifikation auf Schloss Gobelsburg stehen seit jeher Grüner Veltliner und Riesling – zwei Rebsorten, die hier in besonderer Vielfalt und Tiefe interpretiert werden. Besonders bemerkenswert ist die Weinlinie „Tradition“, in der historische Methoden der Weinbereitung – inspiriert von den klösterlichen Praktiken des 19. Jahrhunderts – wieder aufgegriffen und behutsam weiterentwickelt werden. Auch für seine edelsüßen Weine ist Schloss Gobelsburg bekannt: Der Grüner Veltliner Eiswein zählt zu den Spezialitäten des Hauses, wird regelmäßig vinifiziert und wurde international vielfach prämiert.

Als Mitglied der Österreichischen Traditionsweingüter verpflichtet sich Schloss Gobelsburg außerdem, wie auch das Weingut Bründlmayer und Vitikultur Moser, zu dem Prinzip der Herkunft und der sorgsamen Lagenklassifikation.

Blick über die Weingärten auf Schloss Englar in Südtirol (c) Foto Schloss Englar
Flasche Weisswein mit einem Ausschnitt vom Schloss Englar im Hintergrund (c) Foto Weingut Schloss Englar

Weingut Schloss Englar: Gotische Eleganz trifft puristischen Südtiroler Wein

Hoch über Eppan an der Südtiroler Weinstraße thront Schloss Englar – ein Ensemble aus spätgotischer Schlossarchitektur, umgeben von alten Bäumen, Reben und einer der bedeutendsten erhaltenen Schlosskapellen Südtirols. Das Weingut bewirtschaftet den größten zusammenhängenden Weinberg in der Spitzenlage Eppan-Berg – ein außergewöhnliches Terroir, das seit Jahrhunderten für den Weinbau genutzt wird.

Der stille Stolz der Reben


Die Lagen des Weinguts erstrecken sich auf 450 bis 550 Metern Seehöhe und bieten ideale Voraussetzungen: nährstoffreiche Böden, starke Tag-Nacht-Temperaturunterschiede und 1.700 Sonnenstunden im Jahr. Zusammen mit der Liebe zum Handwerk entstehen so Weine mit vielschichtigem Charakter und klarer Herkunft. Besonderer Stolz gilt den Burgundersorten – allen voran Pinot Noir und Weißburgunder – die auf dem kalkreichen Terroir ihre Stilistik von Eleganz, Finesse und Langlebigkeit ausspielen.

Im Keller setzt man auf spontane Vergärung, lange Hefelagerung, behutsamen Holzeinsatz und auf den Verzicht auf Filtration und Schönung – eine bewusst puristische Vinifizierung, die dem Wein erlaubt, Terroir und Jahrgang unverfälscht zu spiegeln. Das Ergebnis: charakterstarke, elegante und langlebige Weine mit Tiefgang, die inzwischen weit über Südtirol hinaus Anerkennung finden.

Blick über die Weingärten auf Schloss Englar und seine Kappelle (c) Foto Schloss Englar

Wein erzählt. Von Händen, die mit Sorgfalt lesen. Von Sonne und Regen, von Sturm und Stille. Von Erde, die trägt, und von Geduld, die reifen lässt. Er erzählt von Orten voller Geschichte – und von Menschen, die sie weiterschreiben. In den Schlosshotels & Herrenhäusern bekommen diese Erzählungen Raum: still im Keller, lebendig im Glas, gemeinsam am Tisch.

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