Gänseblümchen auf einer Wiese mit Bergen vor blauem Himmel im Hintergrund (c) Foto Hotel Schloss Lerchenhof

Mit gutem Gewissen reisen

5 Schlosshotels für nachhaltigen Urlaub

Schönes bewahren, Zukunft gestalten.

Nachhaltig zu reisen heißt nicht, auf Komfort zu verzichten, sondern bewusster zu wählen und intensiver zu genießen. Es bedeutet, sich für Orte zu entscheiden, die uns nicht nur willkommen heißen, sondern auch Verantwortung für das Morgen übernehmen. Orte, an denen Geschichte bewahrt, Ressourcen geschont und regionale Kreisläufe gestärkt werden.

Orte, wie das Boutique & Gourmet Hotel Orso Grigio in Innichen, wo spätgotisches Erbe auf klimaschonende Architektur trifft – getragen von einer Haltung, die mit dem GSTC-Siegel für nachhaltigen Tourismus weltweit Anerkennung findet. Der Zirmerhof in Südtirol verwandelt 100 Hektar Wald in Energie, Rückzugsort und Genussquelle zugleich. Das Parkhotel Holzner in Oberbozen zählt zu den nachhaltigsten Häusern Europas, das Hotel Alte Post in Müllheim war schon grün, bevor es zum Trend wurde, und im Hotel Schloss Lerchenhof unweit vom Nassfeld reicht Nachhaltigkeit vom eigenen Wasserkraftwerk bis zur Slow-Food-Küche mit hausgemachten Spezialitäten. Jeder dieser Orte erzählt eine andere Geschichte – und doch haben sie eines gemeinsam: ein Gespür für das Wesentliche und den Mut, bewährte Wege neu zu gehen.

Service-Mitarbeiterin beim Wegräumen eines Weinglases im Boutique & Gourmet Hotel Orso Grigio in Innichen (c) Foto Hannes Niederkofler
Ausblick über die Dachterrasse vom Boutique & Gourmet Hotel Orso Grigio in Innichen zur Kirche mit dem Bergpanorama im Hintergrund (c) Foto Hannes Niederkofler

Boutique & Gourmet Hotel Orso Grigio: Das Grüne Hotel im Zentrum von Innichen

Inmitten der Fußgängerzone von Innichen steht das Orso Grigio – ein stilvoll modernisiertes 4-Sterne-Hotel mit spätgotischer Empfangshalle und biedermeierlichem Bürgerzimmer. Die über 500-jährige Geschichte wurde nicht nur bewahrt, sondern durch nachhaltige Architektur neu interpretiert. Die Sanierung erfolgte energieeffizient und ressourcenschonend, mit Fokus auf Langlebigkeit und regionale Handwerkskunst.

Umweltbewusstes Gesamtkonzept


Ob Strom aus regionaler Wasserkraft oder Wärme aus dem Biomassekraftwerk in Toblach / Innichen – vieles, was im Orso Grigio selbstverständlich wirkt, ist das Ergebnis bewusster Entscheidungen. Auf Einwegprodukte wird ebenso verzichtet wie auf überflüssige Verpackungen, gereinigt wird chlorfrei, gekocht vor allem mit saisonalen Zutaten aus der Region. Auch die Anreise darf mit gutem Gefühl erfolgen: Gäste erreichen das Hotel bequem per Bahn und kostenlosem Shuttle, laden ihr E-Auto direkt vor dem Hotel und nutzen mit dem GuestPass sämtliche öffentlichen Verkehrsmittel in der gesamten Provinz kostenlos. Ergänzt wird dieses Angebot durch ein E-Auto im Carsharing-Modell, das direkt am Hotel zur Verfügung steht und unkompliziert über die App AlpsGo gebucht werden kann – von Gästen ebenso wie von Externen. Ein weiterer Schritt, um noch mehr Reisende zu ermutigen, die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu wählen.

GSTC-Zertifizierung: Ein Gütesiegel für ganzheitliche Nachhaltigkeit


Als eines der ersten Hotels der Region trägt das Orso Grigio das renommierte GSTC-Siegel – eine international anerkannte Auszeichnung des Global Sustainable Tourism Council für ganzheitlich nachhaltigen Tourismus. Grundlage der Zertifizierung ist ein umfassender Kriterienkatalog, der ökologische, soziale, kulturelle und wirtschaftliche Aspekte gleichermaßen berücksichtigt. Bewertet werden dabei nicht nur Energieeffizienz, Abfallmanagement oder Wasserschonung, sondern ebenso faire Arbeitsbedingungen, der Erhalt regionaler Identität und das Engagement für die lokale Gemeinschaft. Das Siegel wird von unabhängigen Auditoren vergeben und ist drei Jahre lang gültig. Es setzt regelmäßige Nachweise voraus und verlangt eine kontinuierliche, nachvollziehbare Weiterentwicklung in allen Bereichen der Nachhaltigkeit.

„Für uns ist diese Zertifizierung nicht nur eine Auszeichnung, sondern ein Ausgangspunkt. Wir werden diesen Weg weitergehen – mit der gleichen Leidenschaft, die unsere Familie seit Generationen prägt.“

Das Hotel der Zirmerhof im Hintergrund, umgeben von ein paar Bäumen (c) Foto Upscale
Ein Mitarbeiter vom Weingut Radoin 1560 bei der Arbeit bei einem Holzweinfass (c) Foto Anneliese Kompatscher

Zirmerhof: Energie aus dem eigenen Wald

Hoch über dem Etschtal liegt der Zirmerhof – ein Ort der Stille, der Weite und des nachhaltigen Wirtschaftens. Der 100 Hektar große, hauseigene Wald versorgt das historische Ensemble nicht nur mit Bauholz, sondern liefert seit 2002 die Energie zur CO₂-neutralen Beheizung aller Gebäude. Jährlich bindet der umfassende Waldbestand außerdem rund 411 Tonnen CO₂ – das entspricht dem Ausstoß von 263 Autos mit 12.000 gefahrenen Kilometern. Der Wald wird nach einem Zehn-Jahres-Wirtschaftsplan genutzt, um seinen Fortbestand in der bestehenden, bewährten Form zu gewährleisten. Seit 2012 stammt auch der Strom nahezu vollständig aus der eigenen Photovoltaikanlage. Damit zählt der Zirmerhof zu den wenigen touristischen Betrieben mit positiver Umweltbilanz.

Genuss aus der eigenen Landwirtschaft


Die Küche des Zirmerhofs schöpft aus eigener Landwirtschaft: Fleisch, Speck, Rindsg’selchtes, frisches Gemüse und aromatische Kräuter – ergänzt durch sorgfältig ausgewählte Produkte aus der Region. Entstanden ist eine ehrliche, bodenständige Kulinarik mit Herkunft und Handschrift. Ob genossen vor Ort oder als Delikatesse für zu Hause: Der Geschmack des Zirmerhofs ist untrennbar mit seinem Ursprung verbunden.

Parkhotel Holzner in Oberbozen mit seinem Aussenpool im Vordergrund (c) Foto Parkhotel Holzner
Blick von aussen in den Ruheraum vom Parkhotel Holzner in Oberbozen, Südtirol (c) Foto Schlosshotels & Herrenhäuser, Cornelius Klimt

Parkhotel Holzner: Mit Weitblick für die nächste Generation

Über den Dächern von Bozen, auf dem sonnigen Ritten, liegt das Parkhotel Holzner – ein Jugendstiljuwel inmitten alpiner Natur. Seit über 120 Jahren ist das traditionsreiche Haus im Besitz der Familie Holzner, die es in vier Generationen nicht nur bewahrt, sondern mit klarem Blick in die Zukunft geführt hat. Als Träger des höchsten Südtiroler Nachhaltigkeitslabels (Level 3) und als GSTC-zertifiziertes Hotel verfolgt das Parkhotel Holzner ein ganzheitliches Konzept, das Umwelt, Gesellschaft und Kultur gekonnt miteinander verbindet.

„Bei uns steht der Mensch im Mittelpunkt – und wir wollen auch für zukünftige Generationen Raum und Möglichkeiten für eine hohe Lebensqualität bewahren.“ Familie Holzner

Grüne Wege führen zum Holzner


Im Parkhotel Holzner beginnt nachhaltiges Reisen schon auf dem Weg dorthin: Wer mit Bahn oder Flugzeug kommt, wird klimafreundlich vom hoteleigenen E-Shuttle abgeholt – auf Wunsch sogar CO₂-kompensiert. Vor Ort ermöglicht die RittenCard die kostenfreie Nutzung aller öffentlichen Verkehrsmittel in Südtirol, vom Linienbus bis zur historischen Seilbahn.

Grüne Energie & smarte Ressourcennutzung


Ein Bioheizwerk liefert Wärme aus regionalen Hackschnitzeln, der Strom stammt vollständig aus Südtiroler Wasserkraft – sauber, erneuerbar, emissionsfrei. 253 historische Leuchten wurden auf LED-Technologie umgerüstet und sparen jährlich über 11 Tonnen CO₂ – ohne dabei den Charme der Vergangenheit zu verlieren. Zisternen und Regenwasserspeicher entlasten die Trinkwasservorräte, Wasserverwirbler senken den Verbrauch um 1.500 m³ – das entspricht 53.000 kWh Energie und fast einer Tonne CO₂. In der Wäscherei und Reinigung kommen biologisch abbaubare Mittel und moderne Dampftechnologie statt chemischer Verfahren zum Einsatz. Auch im Kleinen zeigt sich der große Gedanke: plastikfreie Zimmer, Recyclingstationen, kompostierbare Trinkhalme – und ein Projekt mit dem Start-up Re-Cig, das Zigarettenstummel in neue Materialien verwandelt.

Ein Refugium für Mensch und Natur


Der 10.000 m² große Park rund um das Hotel ist nicht nur Erholungsraum für Gäste, sondern auch Rückzugsort für die Natur: Über 59 Bäume – teils über hundert Jahre alt – binden rund 25 Tonnen Kohlenstoff und produzieren täglich genug Sauerstoff für fast 300 Menschen. Mit der Anbringung von 41 Nisthöhlen und einer eigenen Fledermaushöhle wurde der Park 2023 außerdem zum Vogel- und Fledermausrefugium.

Die Neue Traditionsküche


Seit 2021 steht im Holzner eine bewusste Genusskultur im Mittelpunkt. Die Neue Traditionsküche setzt auf pflanzenbasierte, regionale und saisonale Zutaten, fördert biologische Landwirtschaft und verzichtet komplett auf Meeresfisch. Verarbeitet werden ausschließlich Produkte von kleinen Höfen aus der Umgebung – frisch, hochwertig und mit kurzen Wegen. Auch bei Getränken liegt der Fokus auf Südtiroler Herkunft, der Kaffee stammt aus nachhaltigem Anbau. Für das klare Bekenntnis zur heimischen Weinkultur erhielt das Hotel den Weinkulturpreis des Landes Südtirol.

Die Neue Tradition – Nachhaltigkeit weitergedacht


Mit der "Neuen Tradition" hat das Holzner zentrale Handlungsfelder für die Zukunft definiert. Den Anfang macht die nachhaltige Neugestaltung des Verpflegungsangebots für Gäste und Mitarbeitende. Weitere Schwerpunkte: ein respektvoller Umgang mit Ressourcen, die Belebung regionaler Kreisläufe, zukunftsfähige Mobilität und ein Arbeitsumfeld, das Sinn stiftet und Wertschätzung lebt.

Luftaufnahme vom Hotel Alte Post in Müllheim (c) Hotel Alte Post
Verträumte Aufnahme eines Astes während der Abendstimmung im Hotel Alte Post in Müllheim (c) Foto Johannes Brunner

Hotel Alte Post Müllheim: The Black Forest Has Always Been Green

Named Germany’s “First Environmental Hotel” back in the early 1990s, the Alte Post has stayed true to its course ever since. 100% green electricity, its own photovoltaic system, CO₂-neutral cooling, heat recovery for hot water, an EV charging station outside the front door, and eco-friendly materials used in all 51 rooms make this bio-hotel a veritable pioneer of sustainability in the Black Forest.

In addition to its ecological efforts, the hotel also leads by example on the social front: partnerships with workshops for people with disabilities, durable furnishings made from local wood, and a paperless office are all part of daily practices. The goal: to operate fully CO₂-neutral in the coming years – without compromises.

Restaurant Alte Post: Kulinarik aus dem Markgräflerland


Genuss ist noch schöner, wenn man weiß, dass ein Produkt mit Respekt und Liebe zur Natur entsteht. Die Küche der Alten Post ist eng verwoben mit der Region. In der Hebelstube und im Gartenrestaurant kommen ausschließlich Produkte aus biologischem, saisonalem und lokalem Anbau auf den Teller. Viele der Lieferanten kennt man seit Jahren persönlich – eine Philosophie, die man mit jedem Bissen schmeckt.

Bub mit der Gemüseernte im Arm, dahinter Schweine im Freien, am Gut vom Hotel Schloss Lerchenhof in Hermagor (c) Foto Hotel Schloss Lerchenhof
Brettljause mit Speck- und Käsespezialitäten im Hotel Schloss Lerchenhof in Hermagor, Kärnten (c) Foto Hotel Schloss Lerchenhof

Schloss Lerchenhof: Energie aus dem Wald, Genuss vom Feld

Am Fuße des Nassfelds steht das historische Biedermeier-Schloss Lerchenhof, hinter dessen Fassade sich ein zukunftsfähiges Konzept verbirgt: Strom aus dem eigenen Wasserkraftwerk, Wärme aus dem schlosseigenen Wald und eine Wärmepumpe zur Raumkühlung machen den Lerchenhof nahezu energieautark. Ergänzt wird das nachhaltige Gesamtkonzept durch konsequentes Abfallmanagement, den Verzicht auf Einwegprodukte, Regenwassernutzung, Wassersparsysteme und ökologische Reinigungsmittel.

From Field to Plat – The 0-Kilometer Restaurant


As a certified Slow Food Travel Partner, the Lerchenhof not only embraces the principles of “good, clean, and fair,” but also brings these traits to life for its guests: through bread baking, cheese making, visits to the estate’s own curing chamber, or the “Fascination of Bacon” seminar led by the owner of the castle in person. Everything served at the Lerchenhof comes either directly from the estate’s own farm or from other certified Slow Food partners in the region.

Bildung, Mobilität & Bewusstsein


Nachhaltigkeit bedeutet im Lerchenhof auch, Wissen weiterzugeben und Bewusstsein zu schaffen. Das Haus engagiert sich deshalb aktiv in der Umweltbildung an Schulen und Kindergärten, fördert das Verständnis für natürliche Kreisläufe und inspiriert zum bewussten Handeln. Auch Gästen wird diese Haltung spürbar vermittelt – mit digitalen Gästemappen, transparenten CO₂-Bilanzen und Infomaterialien, die nicht belehren, sondern einladen, genauer hinzuschauen. Gleichzeitig versteht sich das Haus als aktiver Teil der Region und unterstützt traditionelles Handwerk, pflegt kulturelle Vielfalt und setzt sich gezielt für die Stärkung regionaler Strukturen ein.

Holzschild mit der Inschrift "Lieblingsplatz'l" am Grundstück vom Hotel Schloss Lerchenhof in Hermagor (c) Foto Schlosshotels & Herrenhäuser, Cornelius Klimt

Vielleicht beginnt Nachhaltigkeit genau hier. In Häusern, die mehr geben, als sie nehmen. Die mit Liebe geführt, achtsam bewahrt und mit Blick in die Zukunft weitergedacht werden. Sie laden uns ein, Teil davon zu sein – bewusster zu reisen, tiefer zu erleben und mit gutem Gefühl wiederzukehren.

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